Einsatz für mehr Leben im Sandbach

Von Cornelia Steiner

Jugendliche der Realschule Maschstraße nutzen ihre Projekttage, um den Bach wieder natürlicher zu machen

Von den Fingerspitzen bis zum Ellbogen sind Martinas Wilhelms Arme schwarz vor Schlamm. Ihre Füße sehen nicht viel besser aus. Martina ist zum Arbeitseinsatz am Sandbach – und mit ihr fast die gesamte Klasse 8 a der Realschule Maschstraße.

Drei Tage lang beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Wasser: Sie machen chemische und biologische Untersuchungen in der Wabe, sie besichtigen das Klärwerk Steinhof, und gestern sorgten sie dafür, dass sich Pflanzen und Tiere im und am Sandbach künftig richtig wohl fühlen.

Klassenlehrer Jürgen Dittmann steht mit grüner Arbeitshose zwischen seinen Schülern. „Die Renaturierung des Baches ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Weddeler Schleife und der Autobahn 39“, erläutert er. Weil Dittmann wusste, dass am Sandbach einiges geschieht, hat er den Projekttag dort organisiert.

Fünf Meter neben ihm wuchtet Jonathan Werner große Steine in die Schubkarre. Wie alle Jungs in seinem Stein-Trupp arbeitet er mit freiem Oberkörper. „Jetzt wird’s richtig schwer“, kündigt er an. Dann schiebt er die Karre vor ans Ufer und wirft die Steine in den Bach. Kristina Bertram watet mit hochgekrempelten Hosen durchs Wasser und schichtet die neuen Steine zur so genannten Wasserschnecke auf. Die soll die Geschwindigkeit des Wasser verringern und Fischen einen Unterschlupf bieten.

Weiter vorn am Bach schleppen Schüler Wurzelballen ins Wasser und befestigen sie mit Holzpflöcken und Draht. Martina Wilhelm befreit inzwischen ihre Arme vom Schlamm. Danach geht’s weiter.

Braunschweiger Zeitung vom 13.07.2006

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