Früher „Sparbad“ – heute „Spaßbad“

Herr Jürgen Scharna, Geschäftsführer der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH, informierte uns über den Grundgedanken von Schwimmbädern. Früher wurden sie gebaut, damit sich die Bevölkerung dort reinigen konnte, weil viele kein eigenes Bad hatten. Die Stadtteilbäder, die in den 1960er und 1970er Jahren in Braunschweig entstanden, bezeichnete er als sogenannte „Sparbäder“.

Doch die Ansprüche an ein Schwimmbad haben sich verändert. Heute wollen die Menschen vor allem Spaß haben oder etwas für ihre Fitness und Gesundheit tun. Da es in Braunschweig kein großes Bad wie in Wolfsburg gibt und Umfragen 2000 und 2004 ergaben, dass sich die Mehrzahl der Bürger in Braunschweig ein „Spaßbad“ wünscht, beschloss der Rat der Stadt eines zu bauen mit dem Gedanken, Braunschweig attraktiver für die Braunschweiger und seine Besucher zu machen.

Viele Bürger geben zwar Schwimmen als beliebteste Sportart an, aber nur 5-10 % betreiben auch wirklich regelmäßig Schwimmsport. Mit dem Bau des Spaßbades soll diese Zahl steigen. Herrn Scharna liegt sehr am Herzen, dass Kinder schwimmen lernen. Nach einer Studie könne jedes dritte Kind im schulpflichtigen Alter zwischen 6 und 18 Jahren nicht schwimmen.

Herr Scharna ist fest davon überzeugt, dass die Besucherzahlen durch ein Spaßbad enorm steigen werden. Dies könne man in anderen Städten beobachten. Außerdem sei das neue Bad, das am Schützenplatz errichtet werden soll, wegen seiner zentralen Lage leichter erreichbar als z.B. das Bad in Wenden, das noch nicht einmal von öffentlichen Verkehrsmitteln direkt angefahren werde.

Dass keinesfalls alle das geplante Spaßbad so euphorisch begrüßen, wird deutlich, wenn man die Berichterstattung in der Braunschweiger Zeitung in den zurückliegenden Monaten verfolgt:

16.03.2007
Bürgerbegehren: Erlebnisbad soll nicht gebaut werden
Initiative will Bäder in Gliesmarode, Wenden, Waggum und Nordstadt retten – Zusätzlicher Neubau im Westen
Hansi Volkmann, der Vertreter der Bürgerinitiative, sagt, die Mehrheit im Rat habe einen Beschluss gegen die Mehrheit der Bürger gefasst.

27.04.2007
Mit schönen Computer-Bildern die Spaßbad-Gegner überzeugen
Stadtbad GmbH startet Werbe-Feldzug für neue „Wasserwelt“ – 13.000 Unterschriften für Bürgerbegehren Hansi Volkmann betont, dass die Stadtbad GmbH zwar nachgebessert habe, aber die Bürgerinitiative trete nun einmal für das wohnortnahe Schwimmen ein.

27.06.2007
Spaßbad-Gegner geben Listen mit 31.210 Unterschriften im Rathaus ab
Verwaltungsausschuss soll im September entscheiden – Initiative bereitet sich auf Rechtsstreit vor

19.09.2007
Bürgerbegehren mit großer Mehrheit abgelehnt

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