Riesenbildschirm ersetzt die grüne Schultafel

Von Bettina Habermann

Realschule Maschstraße arbeitet als erste bundesweit komplett mit „Whiteboards“

In der RS Maschstraße haben grüne Tafeln, Kreide und Schwämme ausgedient. Über interaktive Bildschirme in sämtlichen Klassen- und Fachräumen können künftig alle Möglichkeiten der Kommunikationstechnologie in den Unterricht einbezogen werden.

„Der Einsatz der interaktiven so genannten Whiteboards führt zu einem Quanten-sprung im Bildungsbereich“, erklärte Ulrich Deissner, Vorstand der Bürgerstiftung Braunschweig, gestern bei der Vorstellung. Die Bürgerstiftung hat die „Interaktive Schule“ als Projekt im Rahmen der Stadt der Wissenschaft initiiert.

Lehrerin Eva-Maria Ahlers-Görlach demonstrierte mit Schülern, wie der Unterricht in der Pilotschule künftig laufen wird. Die Aufgabe: Gestaltung eines Lebenslaufs. Mit einem Finger ziehen die Neuntklässler auf dem großen Bildschirm Überschriften, Porträtfoto und persönliche Angaben in der richtigen Reihenfolge auf die Fläche. Das Ganze geschieht anschaulich und lebendig. Gespeichert ist der Lebenslauf mit der entsprechenden Software für jeden – Schüler wie Lehrer – jederzeit überall wieder verfügbar. So könnte auch am heimischen Computer weiter am Thema gearbeitet werden.

Auch Tondokumente können eingespielt werden

Frank Adameit von der Firma Smart Technologies ging sogar noch weiter: Anhand eines im Internet-Auftritt unserer Zeitung veröffentlichten Artikels erläuterte er mögliche Textbearbeitung, in dem er verschiedene Zitate ausgliederte und farblich markierte. Adameit demonstrierte – stets mit dem Finger auf der Tafel –, wie mathematische Kurven verändert werden und, dass mit Hilfe der interaktiven Tafel auch Tondokumente wie zum Beispiel Kennedys Berlin-Rede eingespielt werden können.

Die Vorteile dieser Revolution im Klassenzimmer liegen laut Ulrich Deissner auf der Hand: Verbesserung der IT-Kenntnisse, Nutzung des Internets, Motivationssteigerung bei Schülern und Lehrern, bessere Verständlichkeit des Lernstoffs, Animationen, die mit Papier nicht möglich sind, Vermittlung von Medienkompetenz, Unterstützung von Gruppenarbeit. „Bundesweit ist die Realschule Maschstraße zurzeit die einzige, die komplett auf interaktive Tafeln umgestellt ist“, erklärte Deissner. Nach einer Studie gebe es allerdings in Hamburg Bestrebungen, „viel Geld in die Hand zu nehmen, um alle Schulen mit ‘Whiteboards‘ auszustatten“.

An der Realschule Maschstraße war der einstimmige Beschluss des Kollegiums Voraussetzung für die Umstellung. Dafür dankte Schulleiter Andreas Hantelmann ausdrücklich. Unkonventionell und schnell habe sich die Stadt bereit erklärt, die Verkabelung der Schule vorzuziehen. Wesentliche Kosten des Projekts werden von der Horst und Liselotte Pape Stiftung, einer Treuhandstiftung der Bürgerstiftung, finanziert. Aus Anlass ihres 100. Geburtstages sponsert die Firma Michehls Atelier das Projekt.

Das Institut für Erziehungswissenschaft der TU Braunschweig übernimmt die wissenschaftliche Begleitung, und die Landesschulbehörde sorgt dafür, dass die Projektergebnisse für andere Schulen gesichert werden.

Braunschweiger Zeitung, 09.11.2007

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