Ein Stein, ein Name, ein Mensch

Von Alexandra Jane Oliver

Künstler Gunter Demnig verlegt neun neue Stolpersteine für Braunschweiger Juden

Gunter Demnig lässt vorsichtig einen Backstein in den Fußweg ein. Seine Oberfläche ist eine Messingplatte – es ist ein Stolperstein. „Hier wohnte Felix Hamburger“ steht darauf geschrieben. Wer weiterliest, erfährt, dass Hamburger am 31. März 1896 geboren wurde. Gestorben ist er am 23. März 1963.

Der Braunschweiger war ein jüdischer Unternehmer und wurde während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Dem Tod entkam er nur, in dem er nach Amerika floh. Die Stolpersteine vor seinem letzten Wohnsitz in der Leonardstraße sind für ihn und seine Familie gedacht.

Das Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig erinnert an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Zigeunern und politisch Verfolgten während der Zeit des Nationalsozialismus. Finanziert wird es durch Patenschaften. Stolpersteine gibt es deutschlandweit in mehr als 500 Orten, allein in Braunschweig liegen über 150. Neben den Steinen für die Familie Hamburger wurden vergangene Woche auch Stolpersteine für Siegfried Fröhlich und Emmy Vosen verlegt.

Die erste Begehung dieser Gedenksteine veranstalteten gestern 33 Schüler der Realschule Maschstraße und der Waldorfschule. Die Jugendlichen der Realschule Maschstraße hatten sich beim Jugendwettbewerb „DenkT@g“ mit den Schicksal der Familie Hamburger auseinandergesetzt.

„Einzelschicksale bringen Jugendlichen die Zeit des Nationalsozialismus besonders nahe. Stolpersteine helfen bei dieser Aufklärungsarbeit ungemein“, erklärt die Realschullehrerin Eva-Maria Ahlers-Görlach.

Braunschweiger Zeitung, 10.05.2011

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