„Für mich ist Schauspielen das einzig Richtige“

Theresa Langer, Schauspielerin am Staatstheater Braunschweig, ist seit 3 Jahren in ihrem Beruf tätig. Die alleinerziehende Mutter antwortet offen auf all unsere Fragen und bietet uns gleich das Du an.

Als Schauspielerin haben wir sie schon in den Stücken „Kabale und Liebe“ und „Verrücktes Blut“ gesehen, in denen sie die Rollen Lady Milford und Latifa spielt. In unserem Gespräch bekennt die 28-Jährige: „Ich habe gemerkt, dass ich ohne Theater nicht leben kann.“

Mit 18 Jahren machte sie ihr Abitur und leistete dann erst einmal ein einjähriges Praktikum in einer Redaktion in Augsburg für eine Sportzeitschrift mit dem Schwerpunkt Kajak ab. Sie merkte aber bald, dass ihr das Theater fehlte.

Daraufhin nahm sie an einem neunmonatigen Theaterprojekt in Bochum mit dem Titel „Theater Total“ teil. Dort arbeitete sie mit anderen jungen Menschen, die Interesse am Theater haben, zusammen. Die Laienschauspieler erarbeiten unter professioneller Leitung ein Stück. Dieses Projekt war auch sehr hilfreich für ihre spätere Theaterarbeit.

Sie sprach am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, einer staatlichen Schauspielschule, vor und wurde angenommen. Dort studierte sie von 2004 bis 2009. Für Theresa Langer ist die Schauspielerei das einzig Richtige, und das, was sie am besten kann. Menschen um sie herum meinten auch, dass das schon immer klar war.

Multitasking-Mama
Nun spielt sie seit 2010/11 im Staatstheater Braunschweig, weil sie hier eine feste Anstellung bekommen hat. Die Probezeiten für ein Stück betragen sechs Wochen, zu denen man immer pünktlich erscheinen muss. Das ist für Theresa Langer, die eine kleine Tochter hat, die noch den Kindergarten besucht, nicht immer leicht zu organisieren. Sie hat zwischen den Proben nur wenig Zeit für ihr Kind und muss nebenbei noch Texte lernen. Dafür geht sie am liebsten in den Park, um sich dabei zu bewegen. Trotzdem versucht sie viel Zeit mit ihrer Tochter zu verbringen und viel in der Natur zu sein.

Theresa Langer empfindet sich selbst nicht als prominent. „Ab und zu werde ich von Leuten angesprochen, die mich aus den Stücken, in denen ich gespielt habe, kennen. Im Theater, in dem ich arbeite, bin ich die, die ich spiele, aber wenn ich hier rausgehe, dann bin ich einfach nur Mutter“, sagt sie uns.

Sie schätzt das Drama „Die Möwe“ von Tschechow in der Inszenierung von Jürgen Gosch am meisten. „Liliom“ gehört zu den Stücken, die sie mag. Sie findet, dass sie ihre Rolle auch gut gespielt hat. Ihre schwierigste Rolle war für sie „Lady Milford“ in dem Stück „Kabale und Liebe“. Sie musste ziemlich viel Text lernen und sich anstrengen, um die Figur glaubhaft zu verkörpern. Wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, hätte sie gern Schafe gehütet, da sie mit Vergnügen in der Natur arbeitet.

Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg und freuen uns, sie in weiteren Stücken zu sehen.

Text und Bilder: Selin Tekbiyik, Nadja Kirchner, 10c, Schulj. 2011/12


 

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