Probenbesuch „Frühlings Erwachen“

Am 29. Januar 2013 besuchen wir, die Klasse 10c, eine Probe des Theaterstücks „Frühlings Erwachen“ nach Frank Wedekind. In dem Drama geht es um das Entdecken neuer Gefühle, die erste Liebe, die Lust, aber auch um den Stress in der Schule sowie im Elternhaus. Das mehr als 100 Jahre alte Stück wird für die Aufführung im Braunschweiger Staatstheater aktualisiert. Die Premiere ist für den 22. Februar 2013 angesetzt.

Wir betreten den Probenraum und bemerken, dass die Schauspieler einen Rap einstudieren. Auf der einen Seite ist ein länglicher Tisch aufgestellt, an dem die Regieassistenten, die Assistentin des Dramaturgen Christoph sowie er selbst arbeiten. Während wir uns auf den Boden setzen, können wir auch die andere Hälfte des Raums genauer betrachten. Es sind links, rechts und hinten Holzwände aufgebaut, die einen Raum bilden, der offen ist. Darin befinden sich ca. 40 rechteckige in Folie eingeschweißte Kissen in mehreren Farben, die auf den ersten Blick wie eine Kuschelwiese oder ein Spielzimmer wirken. Im Lauf der Probe stellen wir jedoch fest, wie praktisch die leichten Kissen sind, da sie einzelne Abteile des Raums erkennbar machen und schnell umstrukturiert werden können.

Die Schauspieler proben die Choreografie eines Raps, die der Regisseur mit immer neuen Ideen sofort verbessert. Erst während der Probe bemerkt man eine Frau mit einem Buch, die Souffleuse, die sich alle Änderungen sofort notiert und bei Texthängern aushilft. In dem Raum, der klein im Vergleich zu der Bühne im Staatstheater wirkt, fällt auf, wie laut die Schauspieler reden, was verständlich ist, schließlich soll sie später jeder im Theater verstehen.

An dem Rap muss noch gearbeitet werden. Wir Schüler sind jedoch begeistert, denn der Text ist enorm lang und wird schnell vorgetragen. Wenn man außerdem berücksichtigt, dass das nicht der einzige Text ist, den sie lernen müssen, ist das bewundernswert. Während sie den Text versuchen richtig zu rappen, laufen sie über die Kissen nach hinten, dann wieder nach vorn, immer hin und her und springen gegen eine extra aufgestellte Kissenwand. Dabei kommen die Schauspieler mächtig aus der Puste und müssen eine Pause einlegen.

Die darauffolgende Szene dagegen ist nicht so aufreibend. Martha erzählt, was sie tun würde, wenn sie erwachsen ist und was sie gerne einmal vergessen würde. Sie ist sehr schüchtern und setzt sich zu Moritz, der ihr anfangs zuhört, als sie über Amerika redet. Als es ihm jedoch zu langweilig wird, nimmt er sein Handy und schreibt eine SMS. In der Probe ist das Handy ein uraltes Teil mit Tasten. Dramaturg Christoph erzählt uns dann aber, dass alle Handys, die im Stück auftauchen, in der Aufführung durch iPhones ersetzt werden. Die Szene wird einige Male durchgespielt und verbessert. Als Martha stürmisch weggeht, bricht ihr Absatz ab. Die Schauspielerin ist so souverän, dass sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, auch nicht durch unser Gelächter, und spielt die Szene zu Ende.

Nachdem wir circa eine Stunde zuschauen durften, findet noch eine Nachbesprechung statt. Wir erzählen, wie uns der Besuch bei der Probe gefallen hat und können Fragen stellen, die uns beschäftigen. Wir erfahren z.B., dass die Proben am 03. Januar begonnen haben. Bis zur Premiere wird ungefähr 65 Stunden geprobt. Für uns war es etwas Bemerkenswertes und so sind wir mit neuen Eindrücken und neuem Wissen wieder hinausgegangen. Ich kann sagen, dass ich mich schon jetzt auf die Premiere, die wir auch besuchen werden, sehr freue.

Text: Sabrina Flögel, 10c, Schulj. 2012/13

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