Rezension zu „Frühlings Erwachen“

In dem Drama „Frühlings Erwachen“ nach Frank Wedekind von Nuran David Calis, das am 22.02.2013 Premiere im Staatstheater Braunschweig hatte, geht es um die Gymnasiasten Wendla, Melchior, Moritz, Martha, Ilse und Ernst. Ein großer Teil der Clique wird sicher versetzt, mit Ausnahme von Moritz. Er hat Schwierigkeiten in der Schule. Deshalb beschließt er, ins Lehrerzimmer zu schleichen, um in Erfahrung zu bringen, ob er in die 9. Klasse versetzt wird. Den Unterlagen entnimmt er, dass er die nächste Klasse erreicht hat. Nun hofft er, sich seinen Traum erfüllen zu können, nach Amerika zu fahren, um dort den Schatz eines Verwandten zu suchen. Wenn da nur nicht sein Vater, der strenge Herr Stiefel wäre.

Auch Wendla erfährt etwas Neues, ihre Freundin Martha wird von ihren Eltern geschlagen. Das veranlasst sie dazu, Melchior zu fragen, ob er sie auch einmal schlagen könnte. Dies weckt eine gewisse Leidenschaft zwischen den beiden, sodass sie schließlich miteinander schlafen, was fatale Folgen hat. Wendla wird schwanger. Bei der Abtreibung stirbt sie.

Auch Moritz stirbt. Er nimmt sich ebenfalls das Leben, weil er dem Druck, verursacht durch die Schule und den Vater, nicht mehr standhalten kann.

Das Bühnenbild ist sehr schlicht. Die Wände sind schwarz und wirken, als seien sie gekachelt. Auf der Bühne liegen ca. 80 Kissen, sie sind groß, bunt, rechteckig und in durchsichtige Folien eingepackt. Durch verschiedenes Stapeln und das Hin- und Herwerfen der Kissen entstehen immer neue Orte und Situationen. Hinzu kommt, dass das Scheinwerferlicht immer der jeweiligen Situation angepasst ist. Als die Jugendlichen in die Disko gehen, kommt laute Tanzmusik ins Spiel und das Licht wechselt in ein dunkles Lila.

Als Moritz sich das Leben nimmt, wirkt es auf den Zuschauer, als würden sich die Kacheln an der Wand auflösen und in einen wellenförmigen Zustand übergehen. Das Muster verzieht sich immer mehr, bis es sich schließlich ganz auflöst und der Hintergrund völlig schwarz ist.

Während Melchior am Grab um Moritz weint, wird ein Video von dem Verstorbenen an die Wand projiziert. Melchior und Moritz sprechen miteinander.

Die Schauspieler spielen ihre Rollen sehr echt und glaubwürdig. Ich finde es z. B. sehr mutig von Melchior und Moritz, dass sie sich vor einem riesigen Publikum trauen, sich komplett zu entblößen. Selbst bei ein wenig Gelächter und Unruhe im Publikum bleiben sie professionell und folgen den Anweisungen des Drehbuchs.

Ich persönlich finde die modernisierte Inszenierung um einiges besser als den Text von Wedekind, da die Probleme der Jugendlichen viel deutlicher und verständlicher angesprochen werden. Hier wären die zu frühe Schwangerschaft von Jugendlichen, der Druck der Eltern bei Schulproblemen und die Gewalttätigkeiten von Eltern gegenüber ihren Kindern zu nennen.

Die Aufführung dauert etwa 105 Minuten, es gibt keine Pause. Am Ende gibt es einen riesigen Applaus; viele der Zuschauer stehen sogar auf. Die Schauspieler kommen mehrmals auf die Bühne zurück und bedanken sich für den Beifall. Denn davon leben sie schließlich, von dem Lob und der Anerkennung des Publikums.

Text: Celine Jung, Kl. 10c, Schulj. 2012/13

Du musst eingeloggt sein um diesen Beitrag zu kommentieren.