Stolpersteinprojekt 2013

Wir, die SchülerInnen der Klasse 9a, nahmen im Schuljahr 2012/13 an dem Stolpersteinprojekt teil. Dieses Projekt will an die Opfer des Holocaust erinnern, die zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden. Die Stolpersteine sind 10 mal 10 Zentimeter große Messingplatten, die vor der letzten frei gewählten Wohnung in den Boden eingelegt werden. Auf ihnen stehen wichtige Daten der Opfer, wie Name, Geburts- und Sterbedatum. Vorübergehende sollen aufmerksam werden. Gunter Demnig, der Initiator dieses Projekts, will mit diesen Stolpersteinen bewirken, dass die Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb lautet sein Motto: „Ein Mensch ist erst dann vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

Zu Beginn unserer Projektwoche machten wir einen Rundgang durch die Braunschweiger Innenstadt. Dort sahen wir uns die Stolpersteine an, die schon in den zurückliegenden Jahren verlegt worden sind. Anschließend gingen wir ins Stadtarchiv und recherchierten über „unsere“ Familien.

Wir beschäftigten uns mit dem Schicksal jüdischer Juristen, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Braunschweig entrechtet wurden. Felix Kopfstein, Walter Gutkind und Julius Frank waren während der Weimarer Republik als Richter bzw. als Anwälte auch am Oberlandesgericht in Braunschweig tätig. Wir wissen nicht, ob sie sich kannten. Die drei mussten während der Nazi-Zeit Deutschland verlassen, weil sie dem jüdischen Glauben angehörten. Die Länder, in die sie flohen, waren Uruguay (Julius Frank), England (Walter Gutkind) und Palästina (Felix Kopfstein). Sie hofften, dort ein neues unbeschwertes Leben führen zu können, wo sie respektiert und anerkannt wurden.

Das Problem, dass nicht alle Menschen akzeptiert werden, haben wir im Jahre 2013 leider immer noch, wie z.B. die Neonazi-Mordserie an Kleinunternehmern von Döner-Läden türkischer und griechischer Abstammung zeigt. Die Nazis gestehen Menschen anderer Herkunft nicht dieselben Rechte zu. Deshalb sind viele Menschen grundlos ums Leben gekommen. Wir hoffen, dass sich dies ändern wird. Denn wir denken, dass jeder, der auf dieser Erde lebt, egal ob schwarz oder weiß, ob Jude, Christ oder Moslem, Anerkennung von seinen Mitmenschen verdient.

Text: Nina Weiß, Sümeyye Kopac und Duygu Kota, Klasse 9a, Schulj. 2012/13

Bilder: Tristan Zichy, Kl. 9c, Schulj. 2012/13

 

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