Der Beruf des Restaurators/der Restauratorin

Um mir einen Eindruck über die Arbeit eines Restaurators machen zu können, besuchte ich das Braunschweigische Landesmuseum. Einer der hauseigenen Restauratoren nahm mich freundlicher Weise mit auf einen Rundgang und er erzählte mir etwas über seinen Beruf und seine Arbeit im Museum. Er selbst gehört als Metallrestaurator zu einem großen Team, das gut zusammenarbeitet. Die Restauratoren hatten viel zu tun, da sie für eine bevorstehende Ausstellung einige Stücke restaurieren mussten.

In der großen Werkstatt, in der viele Maschinen und Werkzeuge stehen, bekam ich einige noch zu bearbeitende Stücke und schon fertige zu sehen. Ich muss sagen, das Ergebnis war beeindruckend! Beispielsweise konnte man gut sehen, was aus alten, verrosteten und angelaufenen Schwertern noch optisch zu machen ist. Nachdem ich alles in der Werkstatt gesehen und im Schnelldurchlauf erklärt und gezeigt bekommen hatte, gingen wir nach oben in die Räumlichkeiten, in denen die neue Ausstellung gerade entsteht. Aber mir wurde auch eine fertige Ausstellung gezeigt. Mir wurde erläutert, wie die Stücke bestmöglich präsentiert werden und wie die nötigen Umweltbedingungen – zum Beispiel das Raumklima – geschaffen werden. Der Mann erzählte mir, dass es noch vor einigen Jahren in dem Beruf mehr um das Restaurieren ging. Heutzutage wird viel mehr versucht, die Gegenstände zu konservieren.

Zum Abschluss konnte ich noch einen Blick in das Magazin des Museums werfen, in dem sehr viele nicht ausgestellte Gegenstände lagern, die wiederum auch gepflegt werden müssen. Mir hat der Besuch im Museum sehr gefallen, da es für mich nicht nur interessant, sondern auch sehr beeindruckend war. Ich schätze den Beruf des Restaurators nun umso mehr und ich freue mich, dass eine solche Besichtigung für mich möglich war.

Berufsbild

Beim Restaurieren eines Kunst- und Kulturgutes muss man dem Original den nötigen Respekt erweisen. Mit dem Werk muss schonend umgegangen werden. So müssen die nötigen Umweltbedingungen geschaffen werden. Es muss das richtige Raumklima (Temperatur, Feuchtigkeit und Lichteinstrahlung) geschaffen werden. Durch die präventive Konservierung sollen die Kunstwerke vor dem weiteren Verfall geschützt werden. Damit ein optimales Arbeitsergebnis erzielt werden kann, ist es wichtig, dass die Umweltbedingungen während und nach der Restaurierung und Konservierung sowie beim Transport gegeben sind.

Restaurieren heißt Respektieren

Mit der Restaurierung verfolgt man das Ziel, eine bessere Lesbarkeit herzustellen.Dabei werden ästhetische, historische und physische Eigenschaften soweit wie möglich respektiert. Eventuell besteht die Arbeit aber auch aus dem Ergänzen einzelner Stellen, obwohl der Begriff Konservierung nur die erhaltenden Maßnahmen beinhaltet. Zum Beispiel werden bei der Konservierung gealterte und brüchige Materialien gefestigt, Risse geschlossen und chemische Alterungsprozesse modifiziert. Jedes Hinzufügen von Kleinigkeiten kann das Material des Objekts neu gestalten, weshalb sich Restauratoren genauestens überlegen müssen, welcheKonservierungsmaßnahmen sie anwenden.

Restaurieren bedeutet nicht „wieder neu machen“!

Meist sind die Erwartungen an die optischen Ergebnisse einer Restaurierung sehr hoch. Man darf jedoch nicht das Restaurieren mit dem Renovieren oder mit dem Rekonstruieren verwechseln, auch wenn diese Tätigkeiten den Objekten ebenfalls ein neuwertiges Aussehen geben. Wichtig ist, dass Restaurieren keinesfalls unter „wieder neu machen“ zu verstehen ist. Häufig bleibt der auffällige „Vorher-Nachher-Effekt“ nach einer fachlich ausgeführten Restaurierung – zur Überraschung des Betrachters – aus.

Wie wird man Restaurator?

Um den Beruf des Restaurators zu erlernen, ist eine akademische Ausbildung nötig. Ein Hochschulstudium ist erforderlich, damit sich die Studenten vollständig in die Lage des Restaurators hineinversetzen können und dass sie die notwendigen Dokumentationen und die weiterführende Betreuung erlernen. Vor Beginn des Studiums muss ein ein- bis mehrjähriges studienbezogenes Praktikum in einem Museum, in einem Denkmalpflegeamt oder in einem privaten Unternehmen absolviert werden. Für die Bewerbung um einen Studienplatz sind außerdem noch die (Fach-) Hochschulreife und an den meisten Ausbildungsstätten auch ein bestandener Eignungstest vorzuweisen. Je nach Hochschule und Ausbildungsart (Bachelor oder Master) dauert das Studium zwischen drei und sechs Jahren. Nach der absolvierten Grundausbildung vertiefen die Studenten ihre Kenntnisse in einer bestimmten Fachrichtung wie zum Beispiel in den Gebieten Gemälde, Wandmalerei, Stein, Holz, Metall, Papier, Glas und Textil. Die zu leistende Ausbildung ist ein andauernder Prozess, der sich im Berufsleben fortsetzt und gezielte Weiterbildungen notwendig macht.

Quellen: www.restauratoren.de, www.wikipedia.de, www.restauro.de

Text: Elyane Listing, Kl. 10b, Schulj. 2012/2013

Bilder: Christopher Thiel, Kl. 10c, Schulj. 2012/13

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