Hartz IV und die 1-Euro-Jobs

hartz4Das Thema Hartz IV ist in den Medien sehr verbreitet. Das Hartz-IV-Gesetz trat im Jahr 2005 in Kraft.
2010 lebten 21,5% der Hartz-IV-Empfänger in Berlin. Generell ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in in den neuen Bundesländern höher als in Westdeutschland.
Insgesamt leben in Deutschland 4,5 Millionen Menschen von Hartz IV, darunter sind auch
etliche Jugendliche. Der Regelsatz für alleinstehende bzw. alleinerziehende Personen ist 359 € pro Monat, dazu kommt noch der Zuschuss für die Miete. Die Mietkosten müssen angemessen sein, auch die Größe der Wohnung. Die Wohnung darf für eine Person eine Größe von 45 Quadratmetern nicht übersteigen. 60 Quadratmeter hält der Gesetzgeber für zwei Personen für angemessen und für jeden weiteren Mitbewohner kommen 15 Quadratmeter hinzu. Zum Beispiel bekommt ein 2-Personen-Haushalt einen Mietzuschuss von 444 €. Dazu gibt es für Kinder auch eine Schulunterstützung und es werden Heizkosten gezahlt.

In einem Prüfbericht des Bundesrechnungshofes hatten im Jahr 2005 rund 604.000 Hartz-IV-Empfänger einen Zusatzjob. Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger hat einen Minijob, um nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Über die Hälfte dieser Jobs werden in den neuen Bundesländern angeboten.

Lohnverrechnung
Da es sich bei den Zusatzjobs nicht um normale Arbeitsverhältnisse handelt, gibt es weder einen Arbeitsvertrag noch tarifliche Entlohnung, keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub, kein Streikrecht und keinen Kündigungsschutz. Seit dem Jahr 2013 dürfen Hartz-IV-Empfänger sogar 450€ hinzuverdienen statt 400€. Pro Woche dürfen nur 30 Stunden gearbeitet werden. 100€ können anrechnungsfrei pro Woche hinzuverdient werden. Ein Verdienst, der 1000€ nicht übersteigt, ist mit 20 % anrechnungsfrei und 80 % werden mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet. Bei einem Verdienst von 450€ bleiben am Ende also 170€ übrig.

Jobcenter und ihre Regeln
Um einen Zusatzjob zu bekommen, müssen Regeln befolgt werden; die Betroffenen müssen Arbeitslosengeld II beziehen. Es gibt keine Qualifikationen oder Beschäftigungen außerhalb des Zusatzjobs. Um einen Zusatzjob zu bekommen, muss man sich an das örtliche Jobcenter wenden. Wenn jedoch der Zusatzjob ausgeschlagen wird, der zumutbar wäre, wird das Arbeitslosengeld um 30% gekürzt. Wenn man als unter 25-Jähriger den Zusatzjob ausschlägt, kann sogar das ganze Arbeitslosengeld gestrichen werden. 5% haben schon eine Strafe in Form von Geldkürzung bekommen.

Durch Caritas beziehungsweise CariJob werden 50 Zusatzjobs angeboten: Abholung von Möbeln,Verwaltungsarbeiten und Schulung zum Stromsparhelfer sind nur einige Beispiele. Es gibt auch Zusatzjobs im sozialen Kaufhaus und im IT-Service. Sie müssen zusätzlich und gemeinnützig sein. Dadurch können neue Kenntnisse gewonnen und soziale Kontakte geknüpft werden.

Text: Julia Lüddecke Kl.10b WPK Deutsch, Schuljahr 2012/2013

Bild: http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1685468!/image/300835730.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/300835730.jpg

Keine Kommentare

  1. Ich finde deinen Text sehr informativ, du hast die wichtigsten sachen aufgeschrieben und ihn auch sehr gut verständlich geschrieben. Ich finde du hast über ein sehr interessantes Thema geschrieben.

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