Eltern auf Zeit

Der Sozialdienst katholischer Frauen  führt schon seit Jahren das Projekt „Elternpraktikum“ durch. Es gibt mehrere Babysimulatoren, die einem Baby zumindest von Weitem zum Verwechseln ähnlich sind. Auch mit SchülerInnen wird dieses Projekt erfolgreich durchgeführt. Es sollen Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren angesprochen werden, denn heutzutage werden immer mehr Jugendliche ungewollt Eltern. Das Elternpraktikum soll dieser Altersgruppe die Augen öffnen und ihr zeigen, wie hart das Leben mit einem Säugling sein kann.

Mit dem Wahlpflichtkurs Gesundheit und Soziales machten wir nur eine Art „Schnupperkurs“. Normalerweise geht dieses Praktikum, wenn man es im Rahmen des Unterrichts durchführt, eine komplette Woche. Aus organisatorischen Gründen standen unserem Kurs nur vier Stunden zur Verfügung, voller Stress und Spaß zugleich.

Das Praktikum
Die Babypuppen, die für das Projekt verwendet werden, sind sogenannte Simulatoren. Sie reagieren wie echte Kinder und sollen auch so behandelt werden. Aber man kann ein echtes Baby natürlich nicht mit einem Babysimulator vergleichen. Für den Umgang mit den Babypuppen werden Dinge wie z.B. Babykleidung und Kinderwagen zur Verfügung gestellt,  die ein Säugling nun einmal braucht.

Jede „Mutter“ bekommt eine Art Armband. In diesem befinden sich ebenfalls Simulatoren. Beginnt das Baby zu flennen, könnte es  Durst oder eine volle Windel haben. Es könnte aber auch einfach nur sein, dass es die Nähe der „Mutter“ sucht. Die „Mutter“ muss über den Bauch des Babys streicheln, bis es sich wieder beruhigt hat. Das Armband ist so befestigt, dass die Jugendlichen es nur abbekommen, wenn sie es mit Gewalt öffnen. Auch das Baby kann „Nachrichten“ versenden. Wird „das Kind“ nicht gewaltfrei behandelt, nicht gefüttert oder gewickelt, wird in einem Abschlussgespräch ausgewertet, wie gut sich die „Mütter“ um ihre Babys gekümmert haben.

Tatsächlich ist das „Elternprojekt“ eine sehr tolle Erfahrung. Man gewinnt viele Eindrücke, wie sich das Leben mit einem Baby gestaltet. Mir persönlich war es doch einfach zu stressig, denn die Simulatoren sind so programmiert, dass sie in bestimmten Abständen zu weinen anfangen. Es ist eine großartige Herausforderung, aber man sollte ihr gewachsen sein!

Text: Aylin Öztürk, Klasse 10b , Schulj. 2013/14

 

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