Essstörungen

Eine Essstörung ist eine ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankung, die durch eine schwere Störung des Essverhaltens gekennzeichnet ist. Es gibt Schätzungen, dass jeder fünfte Jugendliche betroffen ist. Mädchen, aber auch Jungen leiden an dieser Krankheit, die, wenn sie unbehandelt bleibt, schwere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann.

Welche Formen der Essstörungen gibt es?

Unterschieden werden unter anderem die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) und die Ess-Sucht (Binge-Eating-Störung).

Typisch für die Magersucht ist ein starker Gewichtsverlust, den die Betroffenen bewusst herbeiführen. Sie sind auffallend dünn und empfinden sich auch dann noch als zu dick, wenn sie schon unter starkem Untergewicht leiden. Dies wird in der Regel als eine Wahrnehmungsstörung bezeichnet und gehört zu einer der Diagnosekriterien einer Magersucht. Ein Body-Maß-Index (BMI) von 17,5 stellt medizinisch betrachtet die Grenze zum Untergewicht dar.

Die Betroffenen reduzieren ihr Gewicht in erster Linie durch Hungern bzw. Nahrungsverweigerung, durch übertriebene sportliche Aktivitäten oder beides. Manche greifen zusätzlich zu Appetitzüglern, Abführmitteln, entwässernden Medikamenten oder führen Erbrechen selbst herbei. Zunehmend zählt Anorexia Nervosa bei Mädchen und jungen Frauen zu den häufigsten Todesursachen.

Vom äußeren Erscheinungsbild sind bulimische Frauen oder Männer scheinbar normalgewichtig. Sie sind sehr gepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Probleme haben und Hilfe benötigen. Kennzeichen der Bulimie sind häufige Essattacken, bei denen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen gegessen werden. Um die Kalorienzufuhr „rückgängig“ zu machen und nicht zuzunehmen, lösen die Betroffenen selbst Erbrechen aus. Doch sie wenden auch andere Maßnahmen an. Dazu gehören zum Beispiel Fasten und Missbrauch von Abführmitteln. Aus Furcht, dick zu werden, halten die Betroffenen zwischen den Anfällen eine Art Dauerdiät ein.

Wiederholte Essattacken kennzeichnen die Ess-Sucht. Die Betroffenen führen Situationen herbei, in denen sie übermäßig viel essen oder auch trinken. Bei den wiederkehrenden Essanfällen werden enorm große Mengen verzehrt. Die Betroffenen haben das Gefühl, bei diesen Anfällen die Kontrolle über das Essen verloren zu haben. Im Unterschied zur Bulimie werden die Essattacken nicht durch andere Maßnahmen „ungeschehen“ gemacht. Das heißt, es erfolgt zum Beispiel kein extremer Sport, Hungern oder Erbrechen. Die Betroffenen sind deshalb häufig übergewichtig. Zwingend notwendig ist das Übergewicht für diese Essstörung allerdings nicht.

Was können die Ursachen bzw. Auslöser einer Essstörung sein?

Zu den Faktoren, die eine Magersucht begünstigen können, zählen Selbstzweifel sowie ein geringes Selbstwertgefühl, Perfektionismus, übermäßige Sorge um Figur und Gewicht, die beispielsweise von einem Schönheitsideal ausgelöst wird. Bedingungen, die eine Magersucht auslösen, können Trennungssituationen, Verlust von Mutter oder Vater oder einem anderen nahe stehenden Familienangehörigen, ein Umzug oder ein Schulwechsel sein. In der Familie herrscht in der Regel ein erhöhter Leistungsdruck. Die von der Essstörung Betroffenen wachsen meist sehr behütet auf.

Esssüchtige berichten oftmals, dass in ihrer Familie das Essen eine große Rolle gespielt hat und dass es üblich war, Konflikte oder Trauer mit Essen auszugleichen. Diese Frauen bzw. Männer haben früh gelernt, Gefühle mit Essen zu bekämpfen und sich mit Essen zu trösten.

Bei der Bulimie zählt man genauso wie bei der Magersucht die genetische Veranlagung und einen erhöhten Leistungsdruck zu den Faktoren. Als Ursachen können auch familiäre Einflüsse eine Rolle spielen. Die Familie von Menschen mit Bulimie weist in ihrer Struktur häufig bestimmte Auffälligkeiten auf, da Konflikte oft unausgesprochen und ungelöst bleiben und häufig verdrängt werden.

Essstörungen sind deshalb meist Lösungsversuche für Probleme, die die Betroffenen nicht auf andere Weise bewältigen können. Die familiäre Umgebung und Lernerfahrungen spielen ebenso eine Rolle wie biologische Faktoren. Essstörungen haben vor allem psychische Hintergründe. Z.B. berichtet ein Teil der Betroffenen, dass sie emotionalen oder sexuellen Missbrauch erlebt haben.

Text: Diana Babis, Kl. 10a

Bild: https://www.flickr.com/photos/daniellehelm/3967455172/

Quellen: http://www.eufic.org/article/de/page/FTARCHIVE/artid/aktuelles-uber-essstorungen/

http://www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=115

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