Minna von Barnhelm

Am Anfang der zehnten Klasse hat unser gesamter Jahrgang im Deutschunterricht die Komödie „Minna von Barnhelm“ von Lessing gelesen.

Mehrere Stunden haben sich unsere DeutschlehrerInnen darum bemüht, das Drama möglichst gründlich und genau mit uns zu erarbeiten. Am Ende der Besprechungszeit hatten wir die Möglichkeit, uns das Stück im Braunschweiger Staatstheater anzuschauen.

Zur Vorbereitung auf den Besuch im Theater wurde an unserer Schule ein Workshop zu „Minna von Barnhelm“ durchgeführt. Dazu kam extra die Theaterpädagogin Angelika, die uns das Thema durch Rollenspiele näherbrachte, zu uns in den Unterricht. Wir mussten zu kurzen Textpassagen allein mithilfe von Mimik und Gestik eine passende Situation darstellen. Dadurch haben wir nochmal einen kleinen Einblick in die Inszenierung bekommen und hatten eine gewisse Vorstellung von dem, was uns erwarten könnte.

Dann, an einem Abend im Februar 2015, trafen sich die Klassen 10a und 10b, um sich das Stück im Theater anzuschauen. Die SchülerInnen der Klasse 10c waren uns bereits ein paar Tage voraus.

In der Komödie geht es um den Major von Tellheim (Philipp Grimm), der aus der Armee unehrenhaft entlassen wurde. Nun fühlt er sich in seiner Ehre gekränkt. Er hält sich in Berlin auf, um seine Angelegenheiten zu klären, worauf seine vermögende Verlobte Minna von Barnhelm, die von Ursula Hobmair dargestellt wird, ihm nachreist und ihn heiraten will. Doch der Major weist sie zurück, weil er meint, ihrer nicht würdig zu sein. So gibt sie sich als Enterbte aus und schon hat Tellheim einen Grund, die Frau, die seinetwegen Qualen erleidet, durch ein erneuertes Eheversprechen zu retten und zu beschützen.

Die Reaktionen auf das Stück waren im Großen und Ganzen positiv. Das Publikum und auch die Presse empfanden es als lustiges und gut inszeniertes Drama. Gerade das Aussehen und Verhalten der Darsteller kam gut an. So wurden die witzigen Perücken und das Make-up im „Tim-Burton-Style“ als sehr passend und lustig aufgenommen.

»Tränen gelacht. Eine krachend komische Kiste, halb Albtraum, halb Boulevard, angereichert mit Elementen des schauerromantischen Stummfilms, clownesken Einlagen, Slapsticks, Zeitlupen, surrealem Nonsens. Und doch: mit Gefühl. […] Talke gelang […] eine Inszenierung, die die alte Komödie mit unbekümmert überbordender Phantasie zeitgemäß aufpeppt, ohne ihr den Gehalt zu rauben. Heftiger Beifall.«- so schrieb die Braunschweiger Zeitung.

Text: Lisa Heiermann, Kl. 10b, Victoria Klita, Kl. 10a, Schulj. 2014/15

Bild: © Volker Beinhorn

Du musst eingeloggt sein um diesen Beitrag zu kommentieren.