Wenn Schüler arbeiten

Freitag, 17 Uhr: Ich mache mich fertig für die Arbeit. Während meine Freunde einen tollen Freitagabend genießen, verdiene ich mir mein Geld, indem ich Speisen und Getränke serviere. Ich bin Schülerin und arbeite seit meinem 16. Lebensjahr nebenbei als Kellnerin. Dies ist oft mit Stress verbunden. Egal ob an einem Freitagabend oder an einem ganz normalen Mittwoch, eins ist immer klar: Die Gäste müssen zufrieden sein. Man muss immer das netteste Lächeln aufsetzen, alle privaten Sorgen und jeden Stress vergessen und sich ständig um die Gäste kümmern. Mir persönlich macht der Job ziemlich viel Spaß und ich genieße den Umgang mit so vielen Menschen und die lockere Atmosphäre zwischen uns Kollegen. Als weiteren Vorteil darf man natürlich nicht das Geld außer Acht lassen. Denn zu dem normalen Gehalt, das für eine Schülerin schon ziemlich üppig ausfällt, kommt noch das Trinkgeld hinzu. Ich kann mir für mein Alter keinen besseren Job vorstellen und bin sehr glücklich, die Chance bekommen zu haben, dort zu arbeiten.

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten für Schüler, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern. Durch Babysitten, Zeitung austragen oder Nachhilfe geben können die Schüler das Arbeitsleben aus eigener Perspektive kennenlernen.

Für viele Nebenjobs ist das Mindestalter von 16 Jahren erforderlich; jedoch kann man bereits mit 13 Jahren sein erstes Geld verdienen, indem man Zeitungen austrägt. Dies erfordert allerdings das Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Außerdem darf man nicht über 400 Euro verdienen.

Anton aus der Klasse 10a ist 17 Jahre alt und arbeitet seit zwei Jahren im Getränkemarkt bei Rewe. Er hat bereits ein dreiwöchiges Schulpraktikum in der neunten Klasse bei Rewe absolviert, weshalb er sich auch für den Nebenjob beworben hat. Schulisch bekommt er trotz der Arbeit alles gut auf die Reihe und will noch so lange dort arbeiten, bis er einen Ausbildungsplatz gefunden hat. Von seinem Vorgesetzten bekommt er feste Arbeitstage zugeteilt und darf bis zu seinem 18. Lebensjahr nicht nach 20 Uhr arbeiten. Der Nebenjob hilft ihm, selbstständiger zu werden. Zu seinen Aufgaben gehören, die Leergutkästen auf die richtigen Paletten zu stellen, Regale einzuräumen und nebenbei an der Kasse auszuhelfen. Zu seinem Gehalt, das monatlich 350 Euro beträgt, bekommt er im Mai Urlaubsgeld und zur Weihnachtszeit das sogenannte „Weihnachtsgeld“.

Nebenjobs für Schüler haben sowohl Vor- als auch Nachteile. So hat man natürlich viel mehr Geld als andere Schüler im gleichen Alter zur Verfügung, muss dafür aber auch schon viel Verantwortung tragen. Es werden schnell Freunde vernachlässigt, man hat viel weniger Freizeit und das Wichtigste ist, dass leider auch oft die Schule darunter leidet. Jedoch überwiegen die Vorteile. So wird man schon früh selbstständig und ist nicht immer auf das Geld der Eltern angewiesen. Man bekommt einen Einblick in das Berufsleben. Wichtig ist auch der soziale Aspekt; man hat Kontakt zu meist älteren Kollegen. Man hat die Chance, außerhalb des Freundeskreises oder der Schule neue Leute kennenzulernen, sich ggf. sogar mit ihnen anzufreunden.

Text: Victoria Klita, Kl. 10a, Anton Hamalinski, Kl. 10a, Lisa Heiermann, Kl. 10b, Schulj. 2014/2015
Bild: Eva-Maria Ahlers-Görlach

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