Interview mit einem ehemaligen Heroinabhängigen

Es gibt viele Menschen, die ihr Leben an die Drogen verlieren; dazu zählen meist Jugendliche. Diese sind oft leichtsinnig und wollen Neues probieren. Ich habe ein Interview mit einem ehemals Heroinabhängigen führen dürfen und möchte damit an alle Jugendlichen appellieren. Egal ob Alkohol, Cannabis oder Partydrogen, sie alle können psychisch und/oder physisch abhängig machen und unseren Körper zerstören.

In welchem Alter hast du zum ersten Mal Drogen konsumiert?

Ich habe mit etwa 17 Jahren das erste Mal Haschisch geraucht.

Wie bist du zu Heroin gekommen?

Ich habe hauptsächlich Haschisch konsumiert, ab und zu aber auch Kokain. Damals habe ich in einer Szenekneipe als Barkeeper gearbeitet. Eines Tages kamen zwei Leute auf mich zu und meinten zu mir, dass sie kein Geld haben, um ihre Getränke zu bezahlen. Dann steckten sie mir ein Päckchen mit Heroin zu, welches ich aus Neugier auch als Bezahlung annahm.

Wie bzw. wann hast du bemerkt, dass du abhängig bist?

Ich habe nach dem ersten Konsum für längere Zeit nichts genommen, doch dann bin ich auf den Geschmack gekommen und habe immer öfter etwas gekauft. Da habe ich bemerkt, dass ich mehr brauche.

Hatte das Auswirkungen auf deinen Job?

Ja, ich hatte zu dieser Zeit eine Ausbildung angefangen, diese konnte ich durch meine Abhängigkeit nicht weiterführen und habe sie abgebrochen.

Hast du öfter versucht, aus eigener Kraft aufzuhören?

Ja, das habe ich immer wieder, aber es hat alleine nie funktioniert.

Wie bist du an das Heroin gelangt?

Durch die Szene, man kennt jemanden, bei dem man sich die Droge beschaffen kann.

Wie war dein Verhältnis zu deiner Familie? Wussten deine Eltern von deiner Abhängigkeit?

Die ersten Jahre wussten sie nichts, aber irgendwann konnte ich es nicht mehr verheimlichen, da ich körperlich stark abbaute und ich meine Eltern dauernd nach Geld fragen musste, um mir neues Heroin zu kaufen.

Was hat dich dazu gebracht, ganz aufzuhören?

Einerseits war ich sehr verschuldet, meine Kinder wurden mir vom Jugendamt weggenommen und ich war körperlich am Ende; andererseits habe ich mich strafbar gemacht, da ich mit dem Heroin auch gedealt habe. Daher wurde in einem Gerichtsverfahren entschieden, dass ich die Wahl habe zwischen zwei Jahren Gefängnis und einer langwierigen Therapie. Ich habe mich dann für die Therapie entschieden. Das war wahrscheinlich die beste Entscheidung meines Lebens.

Dieses Interview führte Merle Sticklun, Kl. 9a, Schulj. 15/16

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