„Ziemlich beste Freunde“

Timothy Peach, 1963 geboren, ist ein britisch-deutscher Schauspieler. Er spielt die Rolle des reichen und gelähmten Philippe in dem Stück „Ziemlich beste Freunde“, das in der Komödie am Altstadtmarkt aufgeführt wird. Am 26.5.2016 besuchte er unsere Schule und erzählte dem Französischkurs Kl. 9 davon, wie es ist, eine gelähmte Person zu spielen.

Bevor er seine Liebe zur Schauspielerei entdeckte, besuchte er nach seinem Abitur die Ludwig-Maximilians-Universität, wo er Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften studierte. Erst nach Abschluss seines Studiums beschloss er, den Beruf des Schauspielers zu ergreifen. Seine Eltern erklärten ihn für verrückt, da sie nichts mit dem Theater zu tun haben. Er suchte zwei Jahre lang nach einer Schauspielschule. Nach vielen Vorstellungsgesprächen fand er schließlich die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Er besuchte sie vier Jahre lang. Danach musste er für verschiedene Rollen vorsprechen. Seine erste Rolle hatte er in dem Drama „Andorra“. Danach verkörperte er noch viele weitere Rollen, sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand.

Seine emotional schwierigste Rolle war die eines verheirateten Kardiologen, der in Indien eine Affäre hat. Aus dieser Beziehung geht ein Kind hervor, das behindert ist; es hat das Down-Syndrom. Er muss den Jungen in seiner Rolle immer wieder anschreien. Dies fiel ihm besonders schwer, da der Junge, der seinen Sohn darstellte, wirklich das Down-Syndrom hat. Menschen, die diese Behinderung haben, sind besonders freundlich zu ihren Mitmenschen.

In „Ziemlich beste Freunde“ geht es um den reichen Philippe, der seit einem Paragliding-Unfall gelähmt ist und nur noch den Kopf bewegen kann, und seinen Pfleger, den Ex-Häftling Driss. Dieser will aber eigentlich gar nicht arbeiten. Er möchte, dass Philippe eine Ablehnung unterschreibt, damit er weiterhin Arbeitslosengeld bekommt. Da Philippe aber Gefallen an Driss findet, stellt er ihn ein. Eine gute Entscheidung, denn sie werden „ziemlich beste Freunde“. Weil Philippe nur den Kopf bewegen kann, darf Timothy Peach auch nur den Kopf benutzen. Das ist ziemlich schwierig, wenn z.B. die Nase juckt. Der Rollstuhl, in dem er sitzt, hat in der Kopflehne spezielle Sensoren, die er mit Kopfbewegungen auslösen und mit denen er den Rollstuhl bewegen kann.

Auch wenn wir das Stück noch nicht gesehen haben, konnten wir uns vorstellen, wie schwer es ist, die Rolle eines gelähmten Menschen zu spielen, und das auch noch für so eine lange Zeit.

Am Ende hat er uns Folgendes mitgegeben: „Jeder, der zu mir ins Theater kommt, kriegt meine Seele, weil sie mein Instrument ist.“

Text: Denis Agadzhanyan, Alina Buck, Kl. 9c, Schulj. 2015/16
Bilder: Denis Agadzhanyan

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