Probenbesuch des Theaterstücks „Djihad“

Am 10.01.2018 wurde eine Probe der tragischen Komödie „Djihad“ unter der Regie von Jörg Wesemüller im Haus Drei des Staatstheaters Braunschweig gezeigt. Das Theaterstück wurde im Sommer 2014 von Ismael Saidi geschrieben und spricht ein sehr aktuelles politisches Thema an.

Es wird die Geschichte von drei muslimischen Jugendlichen erzählt, die sich durch ihre Perspektivlosigkeit total naiv und unvorbereitet auf den Weg machen nach Syrien in den Djihad, „Heiligen Krieg“ -. Durch das Verkaufen eines Autos können sich Hilal (Larissa Semke), Reda (Roman Konieczny) und Ben (Robert Prinzler) die Flugtickets von Deutschland nach Istanbul leisten. Von dort aus werden die Drei von einem Schleuser mit dem Auto nach Syrien gebracht. Bis dorthin ist die Handlung zum Schmunzeln, jedoch beginnt jetzt die Tragik einzusetzen. Die Drei sind nun auf sich allein gestellt und bemerken immer mehr, dass die Realität nicht ihrer Vorstellung entspricht. Von den Zeltunterkünften bis hin zu den Trainingseinheiten wurde ihnen alles versprochen, jedoch ist davon nichts eingetreten. Dies macht die Jugendlichen immer hilfloser.

Durch die Art, wie die Jugendlichen miteinander sprechen, wirken gerade die ersten Szenen für das jugendliche Publikum unterhaltend. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten. In der Mitte befindet sich ein schwarzes Bankviereck, in dem Sand und verdorrte Sträucher zu sehen sind. Dies passt zum einen zu der Anfangsszene, in der sich die Hauptcharaktere auf einem Spielplatz befinden. Zum anderen zu den Szenen, als sie sich in Syrien im Djihad befinden. Durch eine in der linken Ecke stehende Leuchttafel können die Zuschauer gut erkennen, wo sich die Schauspieler gerade befinden. Die Kostüme passen zu der heutigen Jugend und auch zu den dargestellten Kämpfern im Djihad.

Da die Schauspieler bei dieser Probe das erste Mal mit Licht- und Toneffekten wie auch Musik spielen, sind einige Effekte oder Musikeinsätze zu dem Text zeitversetzt, sodass einige Szenen noch einmal gespielt werden müssen. Dadurch hat das Publikum einen guten Einblick, wie es hinter den Kulissen ausschaut. Die musikalische Untermalung spielt nur eine Nebenrolle, da sie lediglich für Szenenübergänge vorhanden ist. Die schauspielerische Leistung der Hauptrollen ist gut. Die Sprache und Umgangsformen der Jugendlichen sorgen für viele kleine Schmunzler. Es gibt wenige Unklarheiten, die aber nach der Aufführung in einem Gespräch mit den Schauspielern und dem Regisseur geklärt werden können und als konstruktive Kritik dienen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Probenbesuch, in dem nur ein Teil des Stücks gezeigt wurde, für die Mehrheit der Klasse interessant war. Das Stück nutzt auch das Lachen, um über Themen wie Radikalisierung und Terrorismus zu sprechen und zum Nachdenken anzuregen. Insgesamt kann ich das Theaterstück weiterempfehlen, da es mich schon in den nur fünf gezeigten Szenenbildern gefesselt hat. Dies trifft auch auf die absolute Mehrheit der Klasse zu, die das Ende sehen möchte.

Text: Julia Wedekind, Kl. 10b, Schulj. 2017/18

Du musst eingeloggt sein um diesen Beitrag zu kommentieren.